Der erbliche Haarausfall kann mit Medikamenten bekämpft werden. Eines der wirksamsten ist Finasterid.

Ursprünglich eingesetzt als Mittel gegen Prostatavergrößerung hilft es heutzutage vielen Haarausfall-Betroffenen. Einer der bekanntesten Anwender ist der amerikanische Präsident Donald Trump.

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Das Wichtigste in Kürze:

Kosten 38 – 52 EUR pro Monat »
Nebenwirkungen 2 – 5% der Anwender »
Erfolgschancen 66% der Anwender »

Was ist Finasterid?

Finasterid ist ein Medikament gegen erblichen Haarausfall (androgenetische Alopezie) und gegen die gutartige Prostatavergrößerung. Bei der Anwendung gegen Haarausfall wird täglich 1mg Finasterid mit einem Glas Flüssigkeit eingenommen.

Seit 1998 ist der Wirkstoff in Deutschland zugelassen und wurde allein im Jahr 2017 mehr als 120.000 Mal verkauft. Finasterid ist rezeptpflichtig und wird vom Hausarzt, Hautarzt oder Urologen verschrieben.

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Wie wirkt Finasterid gegen den Haarausfall?

Das Medikament Finasterid hemmt die Reduktase von 5α- DHT. Das bedeutet, dass die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) blockiert wird. Durch das Enzym DHT verringert sich die Wachstumsphase der Haarfollikel und das Resultat ist Haarausfall. Die folgende Tabelle ist eine Übersicht der klinischen Finasterid Studien und deren Ergebnisse:

Studie Ergebnis
Es zeigte sich, dass der DHT-Spiegel in der Kopfhaut um 64% bei 1mg und um 69% bei 5mg nach 42 Tagen Behandlung gesenkt wurde verglichen mit einer 13%igen Abnahme in der Placebo-Gruppe.
Diese Studie zeigte, dass die Behandlung mit Finasterid sowohl zu einer Erhöhung der Haaranzahl als auch zu eine kosmetische Verbesserung des Haarwachstums führt. Die Wirksamkeit von Finasterid 1 mg war ähnlich der Wirksamkeit, die bei der 5-mg-Dosierung beobachtet wurde, war aber signifikant größer als die Wirksamkeit beobachtet mit niedrigeren Dosen (0,2 mg und 0,01 mg) von Finasterid.
Die Bewertung standardisierter klinischer Fotos durch das Expertengremium zeigte, dass bei 48% der mit Finasterid behandelten Männer nach einem Jahr eine Verbesserung des Haarwuchses eintrat, verglichen mit 7% der Männer in der Placebo-Gruppe. Der Nutzen von Finasterid nahm nach zwei Jahren weiter zu: Bei 66% der Männer verbesserte sich das Haarwachstum auf der Grundlage der Auswertung standardisierter klinischer Fotos, verglichen mit 7% der Männer, die Placebo erhielten.

Bei allen Studien konnte eine Verbesserung der Haarausfall-Situation festgestellt werden. Finasterid hilft also beim Stopp des Haarausfall.

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Für wen ist Finasterid geeignet?

Männer, die unter erblich bedingtem Haarausfall leiden, können Finasterid einnehmen. Das Medikament darf nicht von Frauen eingenommen werden. Frauen, die unter Haarausfall leiden, sollten auf das Mittel Minoxidil oder auf eine Haartransplantation ausweichen.

Wenn der Haarausfall schon weit fortgeschritten ist (Norwood-Skala 5 bis 7) ist das Einnehmen von Finasterid nicht wirklich hilfreich, da das Medikament in erster Linie den Haarausfall stoppt.

Verschiedene Studien zeigen, dass Finasterid insbesondere den Haarausfall in der Tonsur stoppen kann. In vielen Fällen kann aber auch die Ausbreitung der Geheimratsecken verhindert werden.

Wie viel kostet Finasterid?

Finasterid wird unter den Handelsnamen Propecia, Finapil oder Finasterid-Ratiopharm verkauft. Die Monatspackung des Markenprodukts Propecia kostet ca. 52 Euro. Die Generika starten bei ca. 38 Euro für 28 Tabletten.

Spar Tipp:

Finasterid Medikamente gegen den Haarausfall sind ca. etwa zehnmal so teuer wie Finasterid Medikamente gegen die gutartige Prostatavergrößerung (wenn der Wirkstoffgehalt verglichen wird). Die Wirkstoff-Zusammensetzung der Finasterid Medikamente gegen Haarausfall und gegen die gutartige Prostatavergrößerung (Markenname Proscar) ist jedoch identisch. Finasterid gegen die gutartige Prostatvergrößerung kann also auch gegen Haarausfall eingesetzt werden. Da die Dosierung je Tablette höher ist (5mg), als die empfohlene Dosierung gegen den Haarausfall (1mg), sollte die Tablette mehrfach geteilt werden. (Bitte nur in Absprache mit dem entsprechenden Facharzt)

So wird Finasterid verwendet

Medikament wird in 1mg Tabletten einmal täglich oral eingenommen. Der Haarausfall wird nur während des Einnahme-Zeitraums gestoppt. Daher kann der Behandlungs-Zeitraum über Jahre andauern.

Obwohl offiziell Finasterid gegen den genetischen Haarausfall nur mit einer Dosierung von 1mg pro Tag zugelassen ist, kann eine Reduzierung der Dosierung auf z.B. 0,5mg  sinnvoll sein. Das folgende Diagramm zeigt die prozentuale DHT-Hemmung pro Dosierung:

Quelle: Drake, L, et. al. (1999)

Die Grafik zeigt eine stark degressive Wirkung von Finasterid auf den DHT Spiegel in der Kopfhaut. Bei 0,2mg Finasterid täglich wird schon 61,7% des DHT gehemmt, bei 1mg 68,7% und bei 5mg 69,2%. Da die Häufigkeit der Nebenewirkungen zunehmen, je höher die Dosierung ist, kann eine Reduzierung der Dosierung

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Welche Nebenwirkungen hat Finasterid?

Die möglichen Nebenwirkungen von Finasterid sind nicht zu unterschätzen und veranlasste schon das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen Rote-Hand-Brief zu verfassen, indem vor dem Risiko der sexuellen Dysfunktion und psychischen Störungen gewarnt wurde.

Folgende Nebenwirkungen können durch Finasterid entstehen:

  • Erektile Dysfunktion
  • Unfruchtbarkeit
  • Depressionen
  • Verminderte Libido

 

Laut Hersteller kommt es häufig zu den Nebenwirkungen. Das bedeutet, dass bei 1 bis 10 Prozent der Behandelten Nebenwirkungen auftreten. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht mit Studien über sexuelle Nebenwirkungen von Finasterid:

Studie Ergebnis
5mg:Verminderte Libido (2,6%) 1mg:Verminderte Libido (0%) Placebo-Gruppe: Verminderte Libido (4.5%)
1mg:Nebenwirkungen der Sexualfunktion (4,2%) Erektile Dysfunktion (1,4%) Verminderte Ejakulationsvolumen (1,0%) Verminderte Libido (1,9%) Placebo-Gruppe: Nebenwirkungen der Sexualfunktion (2,2%) Erektile Dysfunktion (0,9%) Vermindertes Ejakulationsvolumen (0,4%) Verminderte Libido (1,3%)
1mg: Verminderte Libido (2,9% ) 0,2mg: Verminderte Libido (1,5%) Placebo-Gruppe: Verminderte Libido (2,2%)

Die Studien Übersicht zeigt, dass es zu sexuellen Nebenwirkungen kommen kann. Je geringer die Finasterid-Dosis, desto unwahrscheinlicher werden auch die sexuellen Nebenwirkungen. Wie die Grafik „DHT Hemmung pro Dosierung“ (siehe oben) zeigt, kann der DHT Spiegel auch mit geringerer Dosierung als 1mg effektiv reduziert werden.

Die Resultate der Placebo-Gruppen zeigen aber auch, dass sexuelle Nebenwirkungen unabhängig von Finasterid auftreten können. Studien zeigen, dass die Anzahl von Personen, die allgemein unter erektiler Dysfunktion leiden, bei jungen Menschen bei 7% liegt und im zunehmendem Alter auf bis zu 25-30% steigt.

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So erhalten Sie Finasterid

Finasterid ist verschreibungspflichtig. Normalerweise verschreibt der Hausarzt, Hautarzt oder Urologe das Medikament und der Patient kann danach gegen Vorlage des Rezepts in der Apotheke Finasterid kaufen.

Seit neuestem kann Finasterid bequem per Online-Rezept verschrieben werden und anschließend auch im Internet erworben werden. So erspart man sich den Weg zum Arzt und bleibt anonym.

Was passiert, wenn man Finasterid absetzt?

Die Wirkung von Finasterid ist reversibel. Das bedeutet das der Haarausfall wieder voran schreitet sobald das Medikament abgesetzt wird. Außerdem können die Nebenwirkungen auch nach Absetzen des Produktes bestehen bleiben (das sog. Post-Finasterid-Syndrom).

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Alternativen zu Finasterid

Nach der evidenzbasierten S3-Leitlinie für die Behandlung der androgenetischen Alopezie gibt es nur drei Therapie-Möglichkeiten, die eine belegte Wirksamkeit beim erblichen Haarausfall haben:

  • Finasterid
  • Minoxidil
  • Haartransplantationen

Minoxidil wird im Gegensatz zu Finasterid lokal per Gel oder Schaum auf den betroffenen Stellen aufgetragen. Auch Minoxidil kann erheblich Nebenwirkungen haben. Es ist umstritten welches Mittel besser gegen den Haarausfall wirkt. Jedoch kann Finasterid und Minoxidil auch kombiniert eingenommen werden. Nach einer Studie aus dem Jahr 2015 kann so sogar die Effizienz gegenüber den Einzel-Therapien gesteigert werden.

Dutasterid ist ein weiterer 5-Alpha-Reduktase-Hemmer. Das Medikament führt zu einer viel stärkeren Abnahme des DHT-Spiegels (um ca. 93% verglichen mit ca. 60% bei Finasterid), Dustarid hat aber auch mehr Nebenwirkungen. Dutasterid ist derzeit nicht zugelassen für die androgenetische Alopezie.

Die Haartransplantation ist das einzige Mittel, um wieder Haare auf die kahlen Stellen zu bekommen. Finasterid und Minoxidil können den Haarausfall zwar stoppen und zum Haarerhalt beitragen, aber nicht neue Haare sprießen lassen. Aus dem Grund wird häufig die Haartransplantation mit einer medikamentösen Therapie begleitet.

Häufig gestellte Fragen

Wie gefährlich ist Finasterid wirklich?

Finasterid ist seit mehr als 20 Jahren gegen den Haarausfall zugelassen und gehört zu den Medikamenten, die am häufigsten verschrieben wird (insbesondere in den USA). Daher sind die Nebenwirkungen, kurz- als auch langfristig, ausreichend wissenschaftlich erforscht. Bei ca. 2-5% der Anwender kann es zu Nebenwirkungen kommen. Die Nebenwirkungen klingen ab, wenn das Medikament wieder abgesetzt wurde.

Wie lange dauert es bis Finasterid wirkt?

Der DHT Spiegel wird innerhalb von wenigen Tagen gesenkt. Jedoch sind die ersten optischen Ergebnisse erst nach 3 bis 6 Monaten sichtbar.

Wer kann Finasterid verschreiben?

Jeder Arzt kann Finasterid verschreiben. Am häufigsten wird das Medikament von Dermatologen und Hausärzten verschrieben.

Quellen
Kaufman K D, Olsen E A, Whiting D, et al (1998) Finasterid in the treatment of men with androgenetic alopecia. Finasteride Male Pattern Hair Loss Study Group J Am Acad Dermatol 39:578–589
Blumeyer, A; Tosti, A; Messenger, A; Reygagne, P; Del Marmol, V; Spuls, PI; Trakatelli, M; Finner, A; Kiesewetter, F; Trüeb, R; Rzany, B; Blume-Peytavi, U.:Evidence-based (S3) guideline for the treatment of androgenetic alopecia in women and in men, In: Journal of the German Society of Dermatology, Nr. 9, 2013, S.1–57.
Rogers, Nicole E.; Avram, Marc R.: Medical treatments for male and female pattern hair loss, In: Journal of the American Academy of Dermatology, Nr. 59 (4), 2008, S. 547–566.